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Die An- und Rückfahrt verlief reibungslos, womit ich mich im Namen der Delegation bei den tollen Busfahrern der Firma discipulus bedanken möchte. Lediglich die Fahrtzeit machte allen sehr zu schaffen und wir brauchten einen Tag, um uns von den Strapazen zu erholen. Das merkte man auch der Mannschaft beim ersten Vergleich am Sonntag an.
Die Unterbringung im Marineausbildungszentrum hatte kasernentypischen Standard, wobei die Verpflegung etwas zu wünschen übrig ließ. Das Komitee Cote d´Azur und die Marine waren zu jeder Zeit sehr freundliche und hilfsbereite Gastgeber und halfen uns wo sie nur konnten, vor allem was Transferfahrten anbelangte. Ein großer Dank gilt hierbei Serge, der immer für uns da war, sportlich Tipps gab, übersetzte und alles für uns organisierte, was wir wünschten. Sensationell. Die Trainingsbedingungen vor Ort waren gut. Die Delegationen trainierten zum Teil allein und zusammen. Bei den gemeinsamen Trainingseinheiten gaben die französischen Trainer den Ton an. Das war in Anbetracht der Position beider Nationen in der Weltrangliste auch nicht anders zu erwarten. Die Franzosen waren dabei stets bemüht Schwächen unserer Spieler aufzudecken und Tipps zu geben. Sehr interessant waren die Begrifflichkeiten für bestimmte Standards oder Formationen, mit denen in Frankreich gearbeitet werden, für die wir in Deutschland gar keine Bezeichnung haben. In Theorieteilen wurde das ganze noch einmal den Trainern und Spielern veranschaulicht. Ich denke sowohl die 6 Trainer im Lehrgang als auch die Nationaltrainer und Spieler haben eine Menge aus diesem Austausch mitnehmen können. Besonders deutlich wurde dies in den beiden Spielen zwischen unserer U18 und der U17 Auswahl der Region Cote d´Azur (franz. Verbandsmeister!) Zeigte die deutsche Mannschaft im ersten Spiel trotz deutlichem Sieg erhebliche Schwächen im Gedränge, den Gassen und im Angriff des freien Raums setzte sie dies im zweiten Spiel fast perfekt um. Zu Verdanken haben wir das den nützlichen Tipps der Franzosen, wie diese Schwächen abgestellt werden können und der hervorragenden Arbeit von Christian und Jan, die gezielt das Training auf diese Schwächen gerichtet haben. Gegner mit dem Format dieser Auswahl braucht die U18 dringend mehr, damit die Spieler gefordert werden und sich weiter entwickeln können.
Das Rahmenprogramm war gut, so dass zu keiner Zeit Langeweile unter den Spielern entstehen konnte. Gleich am Samstag gingen wir gemeinsam mit den Franzosen in ein Kino, um uns den Film Invictus anzusehen. Zum Ärger für die deutsche Delegation lief der Film auf Französisch ohne Untertitel. Wir sind aus Höflichkeit natürlich sitzen geblieben. Anwesend waren alle hochrangigen Funktionäre des Komitees Cote d´Azur und ein ehem. franz. Nationalspieler, der aus Südafrika stammt und für den der Film natürlich ein großes Anliegen war, auf Rassen- und Völkerverständigung hinzuweisen.
Am Sonntag wurden beide Delegationen vom Rugbyclub Saint Mandrier zu einem Buffet eingeladen. Am Montag besuchten wir Toulon inkl. Besichtigung des Stadions „Mayol“ des RC Toulon. Ich glaube einige Spieler waren schon etwas beeindruckt, als sie in der Umkleidekabine auf den Bänken der Profis saßen. „Wo sitzt denn wohl Wilkonson?“ war die am meisten gestellte Frage. Dann aßen wir sehr gut in einer Rugby-Bar, wo auch promt ehem. franz. Nationalspieler auftauchten. Beeindruckend.
Am Dienstag wurden die Betreuer beider Delegationen vom Präsidenten des Komitees und dem Direktor der franz. Rugby-Marineauswahl zu einem wunderbaren Essen eingeladen, bei dem ich mich für die Gastfreundschaft und die Bereitschaft uns in unserer Entwicklung zu unterstützen bedankte und wir uns ehr darauf freuen, die franz. Delegation im Herbst in Heidelberg begrüßen zu dürfen. Auch hier einen großen Dank an Peter, ohne dessen Französischkenntnisse wir aufgeschmissen gewesen wären, weil die Funktionäre kein Englisch beherrschten. Nach dem zweiten Spiel am Mittwoch-Abend verabschiedeten wir uns bei einem gemeinsamen Essen und fuhren um 20 Uhr wieder Heim.
Insgesamt kann man resümieren: Ein einfaches, aber gut überlegtes Programm, bei dem die gemeinsame sportliche Aktivität den Ausgangspunkt darstellte und sich die Betreuer und Trainer beider Seiten wirklich näher gekommen sind. Leider war das bei den Spielern beider Delegationen nicht der Fall. Ein großes Lob an die Spieler, die sich jederzeit tadellos benahmen.

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