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c/o Deutscher Rugby Verband

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30169 Hannover

Tel.: +49 511 14763
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Geschichte des Rugby PDF  | Print |  E-mail
Rugbyähnliche Ballspiele sind bereits aus der Antike (China, römisches Reich) bekannt. Im Mittelalter gab es in Italien, Frankreich und England volkstümliche Spiele, bei denen ganze Ortschaften gegeneinander kämpften; die Stadttore galten als Tore, das Gelände zwischen ihnen als Spielfeld. 

Das moderne Spiel ist nach der englischen Stadt Rugby benannt, als sein Entstehungsjahr gilt 1823. Damals schuf, wie es auf dem Gedenkstein an der Mauer der Schule von Rugby heißt, der Schüler W. Webb Ellis das charakteristische Merkmal des Rugby-Spiels, indem er „in klarer Nichtachtung der Regeln für Fußball, wie er in seiner Zeit gespielt wurde, als erster den Ball in seine Arme nahm und mit ihm lief.“

Der englischen Stadt „Rugby“ verdankt das Mannschaftsspiel mit dem eiförmigen Leder seinen Namen, denn William Webb-Ellis, ein Schüler der dortigen Schule, kam im Jahre 1823 als erster auf die Idee, beim Fußballspiel den Ball unter die Arme zu nehmen und damit davonzulaufen. Seit damals verbreitete sich das Spiel rasch, zunächst vor allem an den englischen Schulen und Universitäten, später auch in den Ländern des britischen Commonwealth, in Europa und Amerika. Die britische Sonderstellung im Rugby kommt darin zum Ausdruck, dass die Verbände von England, Wales, Schottland und Irland als sogenannte „Home Unions“ gemeinsam mit Südafrika, Neuseeland und Australien den International Rugby Football Board (gegründet 1890) bildeten.

Das Spiel verbreitete sich rasch, zunächst an englischen Schulen und Universitäten. 1871 entstand die englische Rugby-Football Union; von ihr wurden 1875 die Regeln festgelegt, die seither nur dahingehend verändert wurden, um das moderne Spiel schneller und attraktiver zu gestalten.

Von Großbritannien aus, das mit seinen 4 Nationalmannschaften (England, Wales, Schottland, Irland) das Zentrum des Rugby blieb, verbreitete sich das Spiel dann im übrigen Europa, den Commonwealth-Ländern, dem süd-pazifischen Raum, Afrika und Amerika.

Speziell in der südlichen Hemisphäre ist Rugby zu einem äußerst beliebten Volkssport geworden: in Australien – Neuseeland – alle Pazifikinseln – Südafrika – Südamerika.

Der Deutsche Rugby-Verband
Geschichte und Entwicklung, Struktur und Aufgaben

In Deutschland nahm 1872 der Heidelberger Flaggenklub (heute Ruderklub) als erster Verein Rugby als Sportart auf; zwei Jahre später wurde das Spiel auch am Martino - Katharineum in Braunschweig eingeführt. 1878 wurde der erste deutsche Rugbyverein (DFV Hannover 1878) gegründet und es erschien erstmals ein Aufruf zur Gründung eines Deutschen Rugby-Fußball-Verbandes, doch sollte es noch zwei Jahrzehnte dauern, bis 1898 in Heidelberg der erste deutsche Rugbytag stattfand und noch weitere zwei Jahre bis zur Gründung des Deutschen Rugby-Verbandes am 04.11.1900 in Kassel. Zum ersten Vorsitzenden wurde Ferdinand-Wilhelm Fricke (DFV Hannover 1878) gewählt, dem 1902 Prof. Dr. Edward Hill-Ullrich (Heidelberger Ruderklub) zunächst für zwei Jahre und später nochmals von 1906 bis 1907 folgte. Weitere Vorsitzende waren in den ersten vier Jahrzehnte der Verbandsgeschichte: 1908 H. Behlert (Elite Hannover), 1909 H. Böhler (Elite Hannover), 1913-20 Baron von Reden-Pattensen (DFV Hannover 1878), 1921-23 Albert Wolters (DFV Hannover 1878), 1924-25 Paul Simon (Frankfurt 1880), 1926 Fritz Müller (Frankfurt 1880), 1927-31 wiederum Baron von Reden-Pattensen (DFV Hannover 1878) und 1931-47 Hermann Meister (Heidelberg). Die erste deutsche Meisterschaft gewann 1909 in Stuttgart der Fußballverein 1897 (Hannover) mit 6:3 gegen den FV Stuttgart, dem heutigen VfB. Im gleichen Jahr wurde auch der Süddeutsche Rugby-Verband gegründet.

Nach der Zwangspause durch den Ersten Weltkrieg - von 1915 bis 1919 wurden auch keine Endspiele um die deutsche Meisterschaft ausgetragen - wurde im Februar 1920 wieder ein Deutscher Rugbytag in Hannover durchgeführt. Am ersten September dieses Jahres erschien zum ersten Male die „Deutsche Rugby-Zeitung“. 1927, im Todesjahr des Vorkämpfers des hannoverschen Rugbysports und ersten DRV-Präsidenten F.W. Fricke, wurde erstmals eine Nationalmannschaft aufgestellt. Die deutsche Mannschaft bestritt ihr erstes Länderspiel am 17. April in Paris gegen Frankreich und verlor klar mit 5:30, doch schon vier Wochen später wurden die Franzosen bei der Revanche in Frankfurt überraschend mit 17:16 geschlagen.

Vom französischen und deutschen Verband gingen auch die wesentlichen Vorarbeiten für die Gründung des internationalen Verbandes FIRA aus, der allerdings ohne die britischen Verbände 1935 in Rom aus der Taufe gehoben wurde. Doch im Gegensatz zum Fußball und anders als in den britischen Ländern und Frankreich, blieb Rugby in Deutschland wenig verbreitet. Günstige Entwicklungen in den dreißiger Jahren wurden durch den zweiten Weltkrieg unterbrochen und gestoppt.

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wurde am 14. Mai 1950 der Deutsche Rugby-Verband wiedergegründet. Die alten Hochburgen Hannover und Heidelberg entwickelten sich wieder am schnellsten und sind neben den Großräumen Berlin, Köln, Frankfurt und Hamburg auch heute noch die Zentren dieses Rasenspieles. Die erste Nachkriegsmeisterschaft gewann 1948 der TSV Victoria Linden mit 30:0 gegen den Berliner SV 92. Auch in den Folgejahren fielen die meisten Titel an die traditionsreichen Vereine der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Mit der Vereinigung der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR fand 1990 auch der Zusammenschluss des ehemaligen DRSV (Deutschen Rugby-Sport-Verband) und des DRV (Deutscher Rugby-Verband) statt. Somit schlossen sich die ehemaligen DDR-Rugbyvereine dem Deutschen Rugby-Verband an. Dadurch gliedert sich der Deutsche Rugby-Verband heute in 15 Landesverbände mit 103 Vereinen und ca. 8800 Mitgliedern. Er hat seinen Sitz und seine Geschäftsstelle in Hannover im dortigen Haus des Sports, am nach dem ersten DRV-Vorsitzenden benannten Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg.

Als wesentlichste Aufgaben hat sich der Verband in seiner Satzung die Verbreitung und Förderung des Rugbyspiels, die Durchführung von Meisterschafts-, Pokal- und Länderspielen, die internationale Vertretung dieser Sportart und die Jugendpflege zum Ziel gesetzt. Oberstes Organ ist der Deutsche Rugbytag, der jedes Jahr stattfindet.

Die Nationalmannschaft spielt in der B-Gruppe der Europameisterschaft und ist bei der Qualifikation für die WM 2007 im entscheidenden Spiel gegen Spanien nur knapp gescheitert.

Seit 1987 wird im Rugby eine Weltmeisterschaft ausgetragen. Weltmeister wurde 1987 Neuseeland, 1991 Australien, 1995 Südafrika, 1999 wieder Australien, 2003 England und 2007 wieder Südafrika.

Seit einigen Jahren wird die deutsche Nationalmannschaft zu wichtigen internationalen 7er-Turnieren eingeladen. Diese Rugbyart hat sich inzwischen auch in Deutschland etabliert. Es finden sogar deutsche 7er-Meisterschaften statt.

Seit der IOC Entscheidung im September 2009 ist Rugby mit der 7-er Variante wieder olympisch.