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Rugby in der Schule PDF  | Print |  E-mail

Viele Schüler kennen das Spiel „Rugby“ aus den Medien als ein impulsives, dynamisches Spiel. Es spricht sie an, hat also für die meisten Schüler einen hohen Aufforderungscharakter, so dass häufig nur noch geringe Motivation bedarf, ein neues Spiel mit ebenfalls hohem Freizeitwert in der Schule einzuführen.

Rugby ist ein Mannschaftssport mit unterschiedlichen Anforderungen an die Spieler. Hier ergänzen sich die verschiedensten Charaktere mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen. Es gibt keine Einschränkungen, egal ob dick, dünn, groß oder klein, alle haben ihre Berechtigung auf dem Rugbyfeld.

Diese Aspekte bieten hervorragende Bedingungen für den Einsatz in der Schule. Man kann somit alle Schüler mit ihren unterschiedlichen Leistungen erreichen und sie in das Spiel integrieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt liegt neben der Förderung von Motorik und Kondition in der Förderung der sozialen Interaktion der Schüler. Denn beim Versuch, den Ball durch die gegnerische Abwehr hindurch hinter die Mallinie zu bringen und dort abzulegen, kann nur die Mannschaft erfolgreich sein, die gut zusammenspielt (Rugby kann man nur als Team bestehen), die den Ball schnell, geschickt und mit Spielwitz hin und herpasst und der es so gelingt, am Gegner vorbeizukommen.

Rugby gestaltet sich demzufolge als ein Spiel, welches viele Fähigkeiten fordert, aber auch fördert (Schnelligkeit, Wendigkeit, Kraft, Durchsetzungsfähigkeit, Organisationsfähigkeit).

Für die Lehrkraft ist es sehr wichtig, dass zunächst bestimmte Bedingungen für den Rugby-Einsatz erfüllt sein sollten. Damit ist gemeint, dass innerhalb der Lerngruppe ein relativ ausgewogenes soziales Klima herrscht (auch und besonders zwischen Mädchen und Jungen), dass sich die Schüler gegenseitig vertrauen und dass sie eine gewisse Konfliktfähigkeit besitzen. Außerdem ist die Fähigkeit, Körperkontakt zuzulassen, von großer Bedeutung (durch Spiele fördern. Da die meisten Schüler keine praktischen Erfahrungen haben, hat man eine homogene Ausgangslage und kann das Spiel durchaus durch Variationen an die Schülergruppe anpassen.

Weiterhin bietet das Rugby-Spielen vielfältige Entwicklungschancen für die Schüler. Zunächst kann es mit Sicherheit dazu beitragen, ausgeglichenere und ruhigere Schüler in den Klassenräumen vorzufinden, die sich im Sportunterricht „ausgetobt“ haben. Sie können hier ihre überschüssigen Energien abbauen und müssen somit lernen, mit ihrem Aggressionsverhalten umzugehen.

Rugby bietet die Möglichkeit zum Beispiel koordinative Anforderungen (wie Auge-Hand-Koordination, Ballkontrolle, Wurf-Lauf-Kontakt-Fähigkeiten) zu fördern, emotionale Anforderungen (Umgehen mit der Angst, Körperkontakt, Empathie), kognitive Anforderungen (Taktik, Spielstrategie, Übersicht behalten, richtig stehen...), soziale Anforderungen (Fairplay, Regeln einhalten, der Gruppe helfen, durchsetzen, Konfliktsituationen bewältigen).

Neben diesen wichtigen Aspekten, die den Einsatz von Rugby in der Schule rechtfertigen, gilt es, ebenfalls die Grundsätze und Bestimmungen des Schulsports zu beachten. Diese bieten in den Erfahrungs- und Lernfeldern hervorragende Einsatzmöglichkeiten des Mannschaftssports Rugby.

In regelgeleiteten Spielen sollen die Schüler

  • die Spielidee erfassen und danach handeln (Spielerrollen erkennen, verstehen, ausfüllen)
  • Regeln verstehen, einhalten = Fairplay
  • Techniken lernen
  • Gewinnen und Verlieren können
  • Individuelle Stärken einbringen, Rücksichtsnahme
  • Spielstrategien entwickeln

Dem Aspekt des Kämpfens kommt beim Rugby ebenfalls eine besondere Bedeutung zu, denn in vielen Spielsituationen steht der direkte körperliche Kontakt mit dem Partner im Vordergrund. Dieser Kontakt fordert von Schülern Verantwortungsbewusstsein und Selbstdisziplin.

Den Mädchen eröffnen sich hier besondere Lernchancen. Kampfsituationen sind für sie weniger selbstverständlich. Sie erleben körperliche Kraft vor allem als Bedrohung. Das Erleben der eigenen Körperkraft und der geregelten körperlichen Auseinandersetzung mit dem Partner können zu einem stärken Selbstbewusstsein beitragen.

Kurz und knapp:

  • Die Grundtechniken ( laufen, Werfen, Passen, Fangen ) sind schnell erlernbar
  • Das Zusammenspiel ist enorm wichtig - die Spieler müssen innerhalb der Mannschaften kooperieren
  • Besonders für den Schulsport geeignet - kooperatives Verhalten der Schüler wird geschult und verbessert
  • Hand- und Fußspiel sind erlaubt = vielfältige motorische Fähigkeiten werden gefördert und gefordert
  • Rugby kann jeder spielen, jeder hat seine passende Spielposition; dick, dünn, kräftig, leicht, groß, klein, schnell, langsam etc.
  • Die Variabilität des Rugby-Spiels (Hand-, Fußspiel, Körperkontakt etc.) bieten vielseitige pädagogische Möglichkeiten
  • Höfliche Umgangsformen im Alltag und im Umgang mit anderen gehören zum Ehrenkodex eines Rugbyspielers!
  • Lässt ein besseres Gruppengefühl (Klassengefühl) entstehen